Baby Princess

„Einen Blog zu starten war noch nie so einfach“, dachte ich heute Morgen, während ich mich im Bett hin und her wälzte. Mit der Hilfe einer großartigen Grafikdesignerin, der Unterstützung eines Einwohners von Elba und vielen Geschichten zum Erzählen schien es mir ein Kinderspiel. Und doch ist jeder Anfang schwer. Egal, ob es darum geht, einen Blog zu starten oder den ersten Arbeitstag zu bewältigen – der Anfang ist eine Herausforderung und bringt große Erwartungen sowie ein wenig Angst mit sich. Aber alles in allem ist es genau dieser neue Weg, der uns lebendig hält und begeistert. Also legen wir los!

Fangen wir mit der Vorstellung an: Ich heiße Arianna, bin 28 Jahre alt und komme aus einem kleinen Ort in der Provinz Bergamo. Dort bin ich geboren, dort leben meine Familie, meine Freunde und mein wundervoller Hund. Tatsächlich gab es in meinem jungen Leben immer wieder Orte, die für mich ganz besondere Bezugspunkte waren. Ganz vorne steht Mailand – die Stadt, in der ich gerade arbeite und wohne, in der ich sechs lange Jahre an der Uni studiert habe und in der ich zum ersten Mal ganz auf mich allein gestellt gelebt habe. Eine Stadt, die alles zu bieten hat und alles möglich macht, eine Stadt voller großer Erlebnisse und in der ich erwachsen geworden bin.

Dann die USA, wo ich im Rahmen eines Erasmus-Semesters sechs Monate an der Journalistenschule der University of Missouri verbracht habe. Dort ist meine Liebe zu Sprachen noch tiefer gewachsen, und ich habe einige der schönsten Erinnerungen überhaupt gesammelt – mit wundervollen Freunden, die ich heute noch fest im Herzen trage. Man kann sich vorstellen, dass ich und meine liebsten internationalen Freundinnen – eine Deutsche und eine Schottin – versuchen, uns mindestens einmal im Jahr zu treffen, um endlich wieder zusammen zu sein und das Wiedersehen zu feiern. (Wenn ich daran denke, wie wir uns das letzte Mal am Flughafen verabschiedet haben, werden mir immer noch die Augen ganz feucht…)

Und dann gibt es da noch sie: die Insel Elba. Genau deshalb sind wir ja hier. Und ihr denkt jetzt sicher: Was macht ein Mädchen aus Bergamo, das die USA liebt und in Mailand lebt, hier und redet ausgerechnet über die Insel Elba? Ist sie etwa die nächste von diesen eingebildeten (adoptierten) Mailänderinnen? (Nur ein kleiner Scherz!) Die große Überraschung ist, dass meine Liebe zu Elba genau zur gleichen Zeit entstanden ist wie meine Begegnung mit jemand anderem: Dario. Dario ist ein waschechter Elbaner, geboren und aufgewachsen in Portoferraio, der später in das zauberhafte Städtchen Marina di Campo gezogen ist – ein beliebter Sommerurlaubsort für viele Touristen.

Es war im Juli 2020, als wir uns kennengelernt haben, genau am 31. Meine Eltern und ich wollten den Lockdown feiern (wir wussten damals noch nicht, dass es nur der erste von vielen sein würde…) und haben beschlossen, unser Sommerziel von der Versilia auf die heißgeliebte Insel Elba zu verlegen. Das war der Ort, an dem meine Eltern Urlaub gemacht hatten, als mein Bruder erst drei Jahre alt war, und den sie jetzt, ganze dreißig Jahre später, völlig wild und spektakulär wiederentdeckt haben – genauso, wie sie ihn in Erinnerung hatten. Ein Familienurlaub, der sich – sehr zur Überraschung von allen, mich eingeschlossen – in den Anfang einer Liebesgeschichte verwandelt hat.

Liebe zu Elba, aber auch zu dem Gesicht der Motonave Baby Princess: Dario, und – Trommelwirbel – meinem jetzigen Freund! Genau, Dario besitzt zusammen mit seinem Vater Antonio, dem Kapitän, ein Ausflugs- und Gruppenboot, mit dem meine Familie und ich genau an diesem 31. Juli 2020 unterwegs waren. Ist jetzt ein bisschen klarer, warum ich mich hier einfach mal eingemischt habe? Nach diesem Urlaub fingen Dario und ich an, uns zu treffen, und obwohl bald Gelb-, Rot- und Orangenzonen kamen, die es eigentlich unmöglich gemacht hätten, dass wir uns sehen, haben wir durchgehalten – und heute sitzen wir hier und erzählen diese schöne Geschichte.

So kommt es also, dass es um die Insel Elba geht – und auch um die Baby Princess, dieses ‚Gefangenboot‘, von dem ich in den nächsten Artikeln mit riesiger Freude berichten werde! Die Idee für diesen Blog entstand ein bisschen zufällig und dank der Unterstützung meiner Freunde, und genau darum geht es: Elba aus meiner ganz persönlichen Sicht zu erzählen, so wie jeder von uns es an einem Ort machen würde, der ihm ans Herz gewachsen ist. Ich hoffe, diese Seite wird für euch eine leichte, unterhaltsame und – warum nicht – auch ein bisschen aufregende Ecke, um eine wundervolle Insel aus einer ganz neuen Perspektive zu entdecken. Gleichzeitig möchte ich hier von mir erzählen, an einem Ort, der für alle offen ist, wo ich meine Gedanken teile und auch euch einlade, das mit mir gemeinsam zu tun. 

Schließlich ist doch jedes Leben ein Roman – man muss ihn nur erzählen wollen.